Hintergrund

Die Firma Biopract hat von vier unterschiedlichen Wildpflanzensilagen von drei Standorten und von einer Roggengrünschnittsilage Nährstoffanalysen und Vergärungsversuche durchgeführt. Die Ziele dieser Untersuch waren die Analyse und Darstellung der vorhandenen Nährstoffgruppen, die Berechnung eines theoretischen Biogasertrags als Vergleich mit dem Erwartungswert sowie die Ableitung von Handlungsempfehlungen.

Ergebnis

Die Nährstoffanalyse der Wildpflanzensilage zeigt deutlich , dass alle untersuchten Wildpflanzensilagen einen hohen Anteil an Cellulose, Hemicellulose und Nicht-Faser Kohlenhydrate aufweisen (zusammen ca. 65%). Diese drei Nährstoffgruppen repräsentieren auch die Herausforderung bei der Vergärung zu Biogas. Typische Probleme, die bei der Vergärung dieser Nährstoffgruppen auftreten, sind:

  • verringerter Biogasertrag,
  • Schwimmschichtenbildung,
  • Viskositätserhöhung und
  • Verschlechterung der Pump- und Durchmischungseigenschaften im Biogasreaktor.

Die mit Hilfe der Nährstoffanalyse errechneten Erwartungswerte liegen für die Wildpflanzensilage zwischen 470-530 Nm³ Biogas pro Tonne organischer Trockenmasse. Die Erträge aus den Laborvergärungsversuche liegen zwischen 380 und 400 Nm³ Biogas pro Tonne organischer Trockenmasse. Somit liegt das Potential zur Steigerung zwischen 20-25%.

Handlungsempfehlungen

Maßnahmen zur Ausnutzung des vollen Potentials und zur Vermeidung von Prozessstörungen bei einem langfristigen und kontinuierlichen Einsatz der Wildpflanzensilage in Biogasanlagen sind

  • kontinuierlicher Einsatz von geeigneten Enzymprodukten zur Steigerung der Substratverwertung und Verringerung der Viskosität. (Idealerweise: Enzymprodukte mit einem breiten Aktivitätsprofil zum Abbau von Cellulose, Hemicellulose und Pektinstrukturen)
  • ausreichend kurze Häcksellänge (< 3 cm, Wichtig für die Qualität des Einsilierens) und
  • ein günstiger Zeitpunkt der Ernte (TM-Gehalt < 36% und geringer Verholzungsgrad)

Ausführliche Informationen der Firma Biopract zur möglichen Energieausbeute von Wildpflanzensilage finden Sie in diesem Vortrag vom 23.02.2015.