Anforderungen an Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen nach 2014

Nach Art. 28 der EU-Verordnung über die Förderung der ländlichen Entwicklung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) vom 17. Dezember 2013 (EU-VO 1305/2013) müssen die Mitgliedstaaten die Förderung von Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen in ihrem gesamten Hoheitsgebiet entsprechend ihren spezifischen nationalen, regionalen oder lokalen Bedürfnisse und Prioritäten anbieten. Diese Maßnahme zielt auf die Erhaltung sowie auf die Förderung der notwendigen Änderungen der landwirtschaftlichen Verfahren ab, die sich positiv auf die Umwelt und das Klima auswirken. Das Netzwerk Lebensraum Feldflur fordert, dass mehrjährige Wildpflanzenmischungen als alternative Energiepflanzen in die Entwicklungsprogramme für den Ländlichen Raum als Agrarumwelt- und Klimamaßnahme aufgenommen werden. Voraussetzungen für eine positive Wirkung der Maßnahme auf die Umwelt sind

• die gezielte Ansaat von Pflanzenmischungen aus artenreichem Saatgut von heimischen Wild- und Kulturpflanzen,

• die Dominanz blütenreicher Pflanzenarten in den Mischungen,

• die Sicherung eines dauerhaften Aufwuchses durch mehrjährige Pflanzenarten in den Mischungen,

• ein jährlicher Erntezeitpunkt frühestens ab dem 01. August und

• keine zweite Nutzung des Aufwuchses im Herbst.

Formulierungsvorschläge zur Förderung mehrjähriger Wildpflanzenmischungen als Energiepflanzen im Rahmen der AUKM

Beschreibung

Ziel der Maßnahme ist insbesondere die Aufwertung der Landschaft als Lebensraum von Wildtieren, die Ausweitung des Biotopverbundsystems sowie der Gewässer-, Boden- und Landschaftsschutz. Mehrjährige Wildpflanzenmischungen bieten im Sommer wie im Winter Nahrung und Deckung für Säugetiere und Vögel. Die längere Blühzeit und große Blühflächen verbessern das Nahrungsangebot für Insekten. Durch die mehrjährigen Kulturen und einen späten Erntezeitpunkt werden Wildtierverluste durch den landwirtschaftlichen Maschineneinsatz minimiert. Daneben wertet die Maßnahme das Landschaftsbild und den Erholungswert einer Region auf. Darüber hinaus wird durch die ganzjährige Bodenbedeckung der Bodenerosion und der Nährstoffauswaschung entgegen gewirkt und die Humusbilanz verbessert.

1. Gegenstand der Förderung

Förderfähig sind Maßnahmen zur Etablierung mehrjähriger Mischkulturen mit Wildpflanzen mit anschließender mindestens 5jähriger Nutzung des Aufwuchses auf Ackerflächen.

a) Maßnahmen der Basisförderung

• Durch Einsaat standortangepasster Saatgutmischungen aus mindestens 20 verschiedenen, blütenreichen ein- und mehrjährigen heimischen Wildarten und Kulturarten werden auf bestehenden Ackerflächen Streifen oder Teilflächen bzw. ganze Schläge als mehrjährige Energiepflanzenbestände etabliert. Eine ggfls. erforderliche Nach- oder Neuansaat auf gleicher Fläche ist zulässig.

• Bei Anlage von Streifen als Randstreifen ist eine Mindestbreite von 3 m, bei Streifen im Bestand eine Mindestbreite von 6 m gefordert. Teilflächen müssen eine Größe von mindestens 0,1 ha haben.

• Die Verwendung geeigneter Saatmischungen ist durch entsprechende Belege nachzuweisen.

• Die Ernte der Flächen erfolgt einmal jährlich frühestens zum 01. August.

• Da eine dauerhafte Nutzbarkeit der Aufwüchse im Rahmen eines innerbetrieblichen Nährstoffkreislaufes das Ziel ist, ist die Düngung mit Festmist und/ oder Gärsubstrat erlaubt.

• Der Einsatz von mineralischen Düngemitteln, chemischen Pflanzenschutzmitteln, Klärsschlamm oder Abwässern ist nicht erlaubt.

Ein erhöhter Fördersatz ist möglich, wenn zusätzlich zu a)

b) die verwendete Saatgutmischung mindestens 20 heimische Wildarten enthält.

c) auf Düngung vollständig verzichtet wird.

d) bei der Ernte von Teilflächen bzw. ganzen Schlägen jährlich Randstreifen von mindesten 3 m Breite ungenutzt bleiben. Die Lage des Randstreifens kann jährlich wechseln.

2. Zuwendungsempfänger

Aktive Landwirte, die eine landwirtschaftliche Tätigkeit ausüben.

3. Art, Umfang und Höhe der Zuwendung

Projektförderung in Form eines nicht rückzahlbaren jährlichen Zuschusses als Festbetragsfinan-zierung bei AUKM:

a) im Falle der Basisförderung 400 €/ ha

b) wenn die verwendete Saatgutmischung mindestens 20 heimische Wildarten nach Ziffer I.b) enthält zusätzlich zu a) 80 €/ ha

c) wenn auf die Düngung mit Festmist und Gärsubstrat nach Ziffer I.c) verzichtet wird zusätzlich zu a) 80 €/ ha

d) wenn bei der Ernte von Teilflächen bzw. ganzen Schlägen Randstreifen nach Ziffer 1.d) belassen werden zusätzlich zu a) 40 €/ ha

4. Zuwendungsvoraussetzungen

Verpflichtung des Antragstellers, bestimmte Flächen für mindestens 5 Jahre (Verpflichtungszeitraum) selbst zu bewirtschaften.

Download

Das vollständige Positionspapier mit Vorschlägen des Netzwerkes Lebensraum Feldflur für Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen im Rahmen der GAP nach 2014 finden Sie hier.