Das Netzwerk Lebensraum Feldflur

Praxisflächenposter NLFlur

 

Das Netzwerk Lebensraum Feldflur zeigt durch das Anfang 2013 gestartete Projekt „Energie aus Wildpflanzen“, wie Energieerzeugung aus Biomasse mit Zielen des Natur-, Arten- und Landschaftsschutzes verknüpft werden kann. Mit Öffentlichkeitsarbeit werden Landwirte und Anlagenbetreiber auf ertragreiche, mehrjährige Mischungen aus heimischen Wildpflanzen und Kulturarten als Ergänzung zu konventionellen Energiepflanzen aufmerksam gemacht. Landwirtschaftliche Beratung durch die Projektpartner sichert den Erfolg der Maßnahmenumsetzung in der landwirtschaftlichen Praxis. Durch politisches Engagement finden diese Anbausysteme schließlich Eingang in die Agrarumweltprogramme der Länder.

Den Projektflyer „Energie aus Wildpflanzen“ können Sie kostenlos bestellen unter Tel. 040 9707869-0 oder per Mail an U.Hennig@DeWiSt.de.

Entstehung des Netzwerkes

Die Entstehung des Netzwerks Lebensraum Feldflur geht zurück auf das Jahr 2003 und auf das DBU-geförderte Forschungsprojekt „Lebensraum Brache“. Dieses Projekt hatte zum Ziel, die damals obligatorische Flächenstilllegung im Rahmen der EU-Agrarpolitik stärker für den Natur- und Artenschutz nutzbar zu machen.

Lebensraum Brache (2003-2006)

Logo Lebensraum Brache

Die Kooperationspartner des Projektes „Lebensraum Brache“ setzten vor allem auf das agrarpolitische Instrument der Flächenstilllegung. Gemeinsames Ziel war es, mit den Bausteinen Praxis, Wissenschaft und Politik stillgelegte Ackerflächen in wertvolle Lebensräume für heimische Wildtiere zu verwandeln. Im Rahmen dieses Forschungsprojektes wurden verschiedene Pflanzenmischungen aus Wild- und Kulturpflanzen entwickelt, um möglichst heckenähnliche Strukturen temporär auf Ackerflächen zu gestalten.

Die Partner im DBU-geförderten Projekt „Lebensraum Brache“ waren 

  • der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC),
  • die Deutsche Wildtier Stiftung,
  • der Landesjagdverband Hessen e.V.,
  • der Landesjagdverband Bayern e.V.,
  • das Institut für Wildtierforschung an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (IWFo),
  • der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) e.V. und
  • die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG).

Den Abschlussbericht des Projektes Lebensraum Brache und die Abschlussbroschüre können Sie hier herunterladen:

Wer Vielfalt sät, schafft Lebensräume! Abschlussbroschüre des Projektes Lebensraum Brache

Wildtierfreundliche Maßnahmen im Agrarbereich – Analyse der Flächenstilllegung in Europa und modellhafte Umsetzung einer natur- und wildtierorientierten Flächenstilllegung in Deutschland. Endbericht des Projektes Lebensraum Brache


„Energie aus Wildpflanzen“ Projektphase 1 (01.07.2008 bis 31.12.2010)

Logo NLBracheMit dem Wegfall der obligatorischen Flächenstilllegung im Jahr 2008 waren die Flächenstilllegungen für Landwirte nicht mehr attraktiv. Um weiterhin die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft zu fördern, schlossen sich die Projektpartner des Projektes Lebensraum Brache zum „Netzwerk Lebensraum Brache“ zusammen. 

Einige Pflanzenarten in den Mischungen hatten sich mit einem sehr hohen, jährlich wiederkehrenden Biomasseaufwuchs hervorgetan. Gemeinsam mit der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) und der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR) als Projektträger initiierte das Netzwerk Lebensraum Brache die erste Phase des vom BMELV geförderten Projektes „Energie aus Wildpflanzen“ .

Schwerpunkte dieser Phase 1 waren grundsätzliche Untersuchungen zu Themen wie Saatenauswahl, Anbauverfahren, ökonomische Aspekte,  Auswirkungen auf die Tierwelt, Ertragspotenzial und Auswirkungen auf Nährstoffbedarf und Stoffkreisläufe. Ziel des Projektes „Energie aus Wildpflanzen-Phase 1″ war es, aus dem reichhaltigen Spektrum der Wildpflanzen, Arten zu finden, die in mehrjährigen Mischungen angesät werden können und damit den einheimischen Wildtieren einen geeigneten Lebensraum bieten. Die angebotene Alternative für den Biogasanbau soll für den einzelnen Landwirt auch ökonomisch interessant sein.

Den Abschlussbericht zum Projekt „Energie aus Wildpflanzen-Phase 1“ können Sie hier herunterladen:

BAYERISCHE LANDESANSTALT FÜR WEINBAU UND GARTENBAU (HRSG.) (2012): Energetische Verwertung von kräuterreichen Ansaaten in der Agrarlandschaft und im Siedlungsbereich – eine ökologische und wirtschaftliche Alternative bei der Biogasproduktion. Schlussbericht zum Forschungsvorhaben Nr. 22005308 (08NR053), 209 S.

DEGENBECK, M.; BÖHME, H.; TILLMANN, J. & RONNENBERG, K.; (2013): Wildbiologische Begleituntersuchungen bei artenreichen Energiepflanzenansaaten mit Wildpflanzen. LANDESANSTALT FÜR WEIN- UND GARTENBAU (LWG) (Hrsg.), Forschungsprojekt im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, 122 S.

In der Phase 1 des Forschungsvorhabens „Energie aus Wildpflanzen“ wurden wichtige Grundlagen gelegt, um mittels mehrjähriger Mischungen eine ökologisch wertvolle und dennoch ökonomisch interessante Ergänzung zu Standard-Biogaskulturen anbieten zu können. In der Phase 2 werden seit 2011 unter Federführung der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau durch Versuchsansaaten in Bayern, Niedersachen und Brandenburg die Mischungen weiter ökonomisch optimiert und an verschiedene Standortbedingungen angepasst. Zur Optimierung der Kulturführung werden Düngeversuche durchgeführt, die den Einfluss der N-Versorgung auf Methanhektarertrag und N-Gehalte des Bodens untersuchen. Um selbst bei schwierigen Kulturbedingungen eine sichere Pflanzenetablierung zu erzielen, werden verschiedene Varianten der Bestandsgründung geprüft, darunter auch Alternativen als Maisuntersaat oder in Winter- oder Sommergetreide.

Das Forschungsvorhaben wird auf Grund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gefördert. Zuständiger Projektträger ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR). Das Netzwerk Lebensraum Brache ist an der Phase 2 des Projektes nicht operativ beteiligt. 

Das Netzwerk Lebensraum Feldflur ab 2012

Logo NLFurIm August 2012 hat sich das Netzwerk Lebensraum Brache schließlich in das Netzwerk Lebensraum Feldflur umbenannt. Gemeinsam mit neuen Partnern aus den Bereichen der Jagd, der Energiewirtschaft und der Bienenhaltung möchte das Netzwerk die in dem Projekt „Energie aus Wildpflanzen-Phase 1″ gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis umsetzen.

 

 

Gründung des Netzwerk Lebensraum Feldflur