Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz

Ein enormer Vorteil der mehrjährigen Wildpflanzenmischungen ist der weitgehende Verzicht auf chemischen Pflanzenschutz. Nachdem sich die mehrjährigen Mischungen erfolgreich etabliert haben, ist der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln überflüssig, denn die ausgereiften und vielseitigen Saatmischungen unterdrücken potenzielle Unkräuter auf natürliche Art und Weise. Das schont Boden und Gewässer. Gleichzeitig profitieren auch Insekten und im und am Boden lebende Kleinstlebewesen.

Natürlicher Schutz gegen Erosion und Humusaufbau

Durch die mehrjährige Standzeit der Wildpflanzen und die jährliche Ernte gegen Ende Juli ist der Boden durchgehend vor Erosion geschützt. Denn auch nach der Ernte entwickelt sich wieder ein schützender Aufwuchs und das dichte und vielfältige Wurzelwerk der bis zu 25 verschiedenen Arten einer Mischung schützt vor Erosion, ob nun durch Wind oder durch Niederschläge. Gleichzeitig stärkt auch der natürliche Humusaufbau die Widerstandsfähigkeit gegenüber Erosion und verbessert die Wasserverfügbarkeit im Boden.

Bunte Biomasse im Juli (Foto A.Rugen)

Mehrjährige Bodenruhe

Abgesehen vom Etablierungsjahr findet beim Anbau mehrjähriger Wildpflanzenmischungen für die Biomasseproduktion keine mechanische Bodenbearbeitung statt. Und auch die Ansaat erfolgt inzwischen in der Regel bodenschonend als Direktsaat in die Stoppel. Die mehrjährige Bodenruhe, die Bestände können bis zu fünf Jahre beerntet werden, fördert die Etablierung einer reichhaltigen Bodenflora und -fauna, sowohl mikro- als auch makroskopisch. Die Bodenruhe hilft beispielsweise den Regenwürmern. In Deutschland leben rund 47 verschiedene Arten von Regenwürmern, die widerrum als wichtige Zersetzer essentiell für die Bodenfruchtbarkeit sind. Besonders günstig wirkt sich der Pflugverzicht etwa auf die tiefgrabende Art Lumbricus terrestris aus, die durch ihre Aktivität zur Verbesserung der Bodenstruktur sowie zur Erosionsminderung beiträgt.

Effektive Nährstofffixierung schützt Boden und Gewässer

Die Verschärfung der Düngeverordnung durch die EU hat besonders die Problematik der Nitratbelastung in vielen Regionen Deutschlands in den öffentlichen Fokus gerückt. Folgende Grafik zeigt die Situation in Deutschland:

Nitratbelastung des Grundwassers in DeutschlandEin Monitoringprojekt zur Nährstofffixierung durch mehrjährige Wildplfanzen zur Biomasseproduktion zeigte, dass der Anbau von Wildpflanzen unter dem derzeit praktizierten Düngeregime zu einer Reduktion der Nitratausträge ins Grundwasser gegenüber herkömmlichen (Biomasse-)Kulturen, wie etwa Mais, führt. Daher ist das innovative Anbausystem auch besonders in Regionen mit überhöhten Nitratwerten im Grundwasser, für Wasserschutzgebiete, für Flutpolder an Flüssen und im Umfeld von Gewässern geeignet.