Schmetterlinge - Hauhechel-Bläuling (Polyommatus Icarus)

Bunte Biomasse kann Schmetterlingen helfen

In Deutschland leben rund 3.700 verschiedene Schmetterlinge. Nach Auskunft des Bundesamtes für Naturschutz in Bonn sind mindestens 60 Schmetterlingsarten bereits ausgestorben, 494 weitere seien vom Aussterben bedroht oder unterschiedlich stark gefährdet. „Selbst viele Allerweltsarten wie zum Beispiel das Tagpfauenauge oder die Kohlweißlinge sind im Bestand merkbar rückläufig“, sagte Andreas Segerer, stellvertretender Direktor der Zoologischen Staatssammlung München, der Deutschen Presse-Agentur. Und auch andere früher häufige Arten wie der Hauhechel-Bläuling (s. Beitragsbild, Foto: M.Tetzlaff) nehmen vielerorts ab.

Die Ursachen sind laut Experten unter anderem der Klimawandel und die damit verbundenen langen Dürresommer und Hitze sowie die intensive Landwirtschaft und der Einsatz von Pestiziden und Düngern. Zudem werde der Lebensraum der Tiere immer kleiner. Schmetterlinge bräuchten nährstoffarme, offene und blütenreiche Landschaften und lichte, naturnahe Wälder, sagte Segerer. Doch solche Biotope gebe es fast nur noch in Schutzgebieten.“Diese sind aus der Vogelperspektive nur noch winzige Inseln inmitten einer für alle Arten lebensfeindlichen Agrar- und Betonwüste“, sagte Segerer. Ein Beispiel ist laut Segerer das Naturschutzgebiet im Donautal in Regensburg. Dort würden seit mehr als 200 Jahren Daten über Schmetterlinge gesammelt. 39 Prozent von mehr als 120 Arten seien dort mittlerweile verschwunden, etwa die Hälfte davon allein in den letzten 20 Jahren. „Das zeigt die Dynamik besonders dramatisch.“

Doch es gibt auch Möglichkeiten, die bedrohten Falter auch außerhalb von Schutzgebieten zu schützen.Um auf großer Fläche etwas zu bewirken, braucht es produktionsintegrierte Lösungen auf der landwirtschaftlich genutzten Fläche. Denn rund die Hälfte der Fläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Der Anbau mehrjähriger Saatmischungen aus Wild- und Kulturarten zur Biomasseproduktion ermöglicht genau diesen Zweiklang aus Ökologie und Ökonomie. Auf den Flächen kann zum Einen Biomasse zur Verwertung in der Biogasanlage produziert, zum Anderen aber auch ein wertvoller Lebensraum für Insekten und Wildtiere geschaffen werden. Denn die mehrjährigen Wildpflanzen bieten laut Untersuchungen nicht nur den Schmetterlingen, sondern auch vielen weiteren Insektengruppen ein reichhaltiges und lang anhaltendes Blühangebot, sondern bieten auch zahlreichen Wildtieren ganzjährig Deckung und Nahrung. Gleichzeitig liefern sie ordentliche Biomasseerträge und liefern eine wirklich nachhaltige, erneuerbare Energie.

Den kompletten Artikel zum Verschwinden der Schmetterlinge auf ZEIT ONLINE finden Sie hier.